Zündgefahr an Beflockungsmaschinen
Brände an Beflockungsmaschinen haben gezeigt, dass die bisherigen Kenntnisse hinsichtlich der Zündgefahr der Flockwolke an Flockmaschinen nicht ausreichen. Aus diesem Grund wurde im Rahmen eines Forschungsvorhabens untersucht, welche Funkenenenergie mindestens erforderlich ist, um aufgewirbelten Flock zu entzünden.
Hierzu wurde in einem ersten Schritt die Mindestzündenergie von mehr als 60 handelsüblichen Flockproben bestimmt. Der Niedrigstwert von ca. 80 mJ wurde für den feinsten handelsüblichen Mahlflock aus Baumwolle erhalten. In einem zweiten Schritt wurde versucht, die zündwilligsten Flockproben durch Funken und Lichtbögen von Flockmaschinen zu entzünden.
Hierbei zeigte sich, dass die nicht zündoptimierten Einzelfunken von Gleichstrom-Flockmaschinen erst bei Entladeenergien von mehr als 1.300 mJ zur Entzündung der zündwilligsten Flockproben führten. Diese Energie wurde nur bei wenigen, sehr großen Flockmaschinen überschritten. Gleichstromlichtbögen erwiesen sich hingegen nur bei der Einwirkung auf zusammengepressten Flock als zündwirksam.
Wechselstromlichtbögen zeigten sich hingegen wesentlich zündwilliger. Bei fehlendem Strombegrenzungswiderstand zündeten sie alle Flockproben, bei einem vorhandenen Widerstand im Megaohmbereich nur die Flockproben, deren Mindestzündenergie kleiner als die in einer Wechselstromhalbwelle umgesetzte Energie war. Der Einfluss von Klebestoffdämpfen wurde ebenfalls untersucht. Aus den Beobachtungen und Messwerten wurden Schutzmaßnahmen abgeleitet, die eine Entzündung von Flockwolken an elektrostatischen Flockmaschinen ausreichend sicher verhindern.
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