Praxisnahe Verbindung zwischen Herstellern und Anwendern
Symposium: Sicherheit im Maschinen- und Anlagenbau

Am 26. März 2009 führten Mitarbeiter der Fachstellen „Maschinensicherheit“ und „Elektrotechnik“ der Präventionsabteilung der Maschinenbau- und Metall- Berufsgenossenschaft“ ein Symposium über die Sicherheit im Maschinen- und Anlagenbau durch. 140 Teilnehmer informierten sich über die neuen Rechtsgrundlagen, die praxisgerechte Umsetzung und die neuesten Technologien.

Dipl.-Ing. Alois Hüning, Leiter der Fachstelle „Maschinensicherheit“ stellte die neue Maschinenrichtlinie 2006/42/EG vor. Sie wird am 29.12.2009 in Kraft treten und die aktuelle Maschinenrichtlinie 98/37 EG ablösen. Veränderungen erläuterte er und zeigte auf, wo die Unternehmen innerbetriebliche Strukturen für ihren Konstruktions- und Fertigungsablauf berücksichtigen müssen. Im Bereich der unvollständigen Maschinen hat die neue Richtlinie einen sicherheitstechnischen Mehrwert erzielt, da das Unfallgeschehen gezeigt hat, dass erhebliche Defizite bei der Integration von Teil- bzw. unvollständigen Maschinen vorlagen.

Weiteres Thema war die Vorstellung der neuen Norm ENISO 13849 Teil 1 “Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen“ durch Dipl.-Ing. Berthold Heinke (Leiter der Fachstelle „Elektrotechnik“). Heinke gelang es, eine Brücke von den bekannten Kategorien der ehemaligen Norm EN 954-1 zum neuen Begriff „Performance- Level“ zu schlagen.

In seinem praxisnahen Vortrag gelang es ihm, die doch sehr komplexe neue Steuerungsnorm den Konstrukteuren und Anwendern näherzubringen.

Neueste technologische Ansätze aus der Sicherheitstechnik stellte Helmut Frick von der Firma IBF in seinem Vortrag vor. Basis für den Erfolgsgarant einer effektiven CE-Kennzeichnung ist seiner Ansicht nach eine adäquat durchgeführte Risikobeurteilung über die gesamte Planungsphase einer Maschine.

Sonderbetriebsarten an Werkzeugmaschinen sind ein Themenfeld, wo sich Hersteller, Betreiber und auch die Aufsichtsinstitutionen schwer tun. Leider waren die aktuellen Rechtsgrundlagen für diese Sonderbetriebsarten, die teilweise aus den technologischen Notwendigkeiten erforderlich sind, bisher nicht berücksichtigt worden. Mit der neuen EG-Maschinenrichtlinie wurde dieses praxisgerechter formuliert.

Wenn man sich dieser Thematik nicht offensiv stellt, so zeigt die traurige Erfahrung und das Unfallgeschehen, werden immer wieder Maschinen mit Schutzeinrichtungen manipuliert. Von Herstellerseite wurden berührungslos wirkende Verriegelungseinrichtungen mit Zuhaltungen entwickelt.

Durch eine neue Konstruktion wurde das Prinzip der „mechanischen Verbolzung mit Zuhaltung“ realisiert, ohne den bisher bekannten Formschluss mit seinen schlechten mechanischen Verschleißeigenschaften zu verwenden. Vorgestellt wurde auch ein Kamerasystem „SafetyEye“, welches erstmalig die Überwachung von Gefahrstellen durch den Einsatz eines sicheren Kamerasystemes im laufenden Fertigungsprozess möglich macht.

Dieses Symposium hat gezeigt, dass es möglich ist, eine direkte und praxisnahe Verbindung zwischen den Herstellern von Bauteilen und sicherheitstechnischen Systemen und den Anwendern herzustellen.

Auf Grund der großen Nachfrage findet eine weitere Informationsveranstaltung zur neuen EG-MRL und der neuen Steuerungsnorm 13849-1 am 22.10.2009 in „Haus Nümbrecht“ statt.

 

Presse / Aktuelles >> Rückblick - Symposium: Sicherheit im Maschinen- und Anlagenbau